Dr. Schorschs Raketenblog

Ein Bild sagt mehr als 1000 Car2Go Reklameautos

Eigentlich benötigt das Bild keinen großen Kommentar, aber da es so wunderbar zeigt welche Ereignisketten ein doofer Falschparker auf dem Radweg auslöst will ich es kurz von links nach rechts vorlesen: Ganz links beginnt es mit einem falsch geparkten Car2Go Auto, das breit und bräsig auf dem Radweg parkt (Merksatz: „Autos machen nur Ärger!“). Weiter rechts folgt ein Radfahrer der deswegen auf die Fahrbahn ausweichen muss. Ganz rechts dann ein rotes Auto (nein, dieses mal ist es nicht die freiwillige Feuerwehr Neukirchen-Vluyn) das mit (vermutlich zu) hoher Geschwindigkeit heran braust, alle schraffierten Bereiche ignoriert um den Radfahrer mit ausreichend Sicherheitsabstand zu überholen (DICKES Lob an den Autofahrer hierfür!) .

Falsch geparktes Car2Go Fahrzeug mit dem Kennzeichen B-GO 6916
Autos machen nur Ärger

Nachtrag

Ich habe folgende Anfrage an den Pressesprecher von Car2Go geschickt:

Sehr geehrter Herr PRESSESPRECHER, mich interessiert, ob und in welcher Form Ihr Unternehmen dazu beiträgt die unabdingbare Fahrradfreundlichkeit unserer Städte zu verbessern und wie Sie auf Ihrer Nutzer einwirken die Fahrzeuge ordnungsgemäß abzustellen, bzw. welche Sanktionen Sie gegenüber den Nutzern anwenden die sich nicht an die Regeln halten. In meiner persönlichen Erfahrungswelt als Radfahrer in Köln erscheint mir das Verhalten von free float Carsharern diesbezüglich überdurchschnittlich rücksichtslos, wobei der Durchschnitt schon ein sehr sehr hohes Maß an Rücksichstlosigkeit aufweist. Frei nach dem Motto, „das Auto gehört mir ja nicht, dann ist es mir doch egal wo es herumsteht“. Die Gefährdungen und Behinderungen denen ich dadurch als Radfahrer ausgesetzt bin sind unzählbar.

Dabei bin ich auf eine echt tolle Vertreterkette gestoßen:

  • 1. Kontakt zum Pressesprecher auf der Website von Daimler:
    Automatische Antwort: “ Hey there, I have a new email address: ******@share-now.com.“
  • 2. Email an die neue Adresse:
    „Sehr geehrter Herr PRESSESPRECHER,
    dass Sie nun für Daimler und BMW sprechen macht Sie zum perfekten Addressaten meiner Nachricht!…“
    Automatische Antwort: „I will be on vacation until July 14th. I will answer you email when I return. In urgent cases please contact VERTRETERIN@share-now.com“
  • 3. Email an die Vertreterin:
    „Sehr geehrte Frau VERTRETERIN, da Sie Herr PRESSESPRECHER in seiner Abwesenheitsnachricht als Vertreterin benannt hat, leite ich Ihnen meine Nachricht an ihn weiter.“
    Um dann, wer hätte es Gedacht, eine automatische Antwort zu erhalten!
    „Dear Sender, Thank you for your message. I´m not in the office until 28th June and only have limited access to my emails. In very urgent cases please write an email to ööööö@share-now.com resp. ääääää@share-now.com or call …“

Auch wenn ich das großartig choreographierte Crescendo von „urgent“ zu „very urgent“ nur bewundern kann, war ich mit meiner Geduld dann doch etwas am Ende. Hatte das etwa System? Oder sind PressesprecherInnen alle Kinderlos und fahren daher vor den Schulferien in Urlaub? Wie auch immer, ich musste nicht all zulange nachgrübeln, denn Frau VERTRETERIN hat dann doch innerhalb von drei Stunden reagiert und mir folgende Antwort mit falscher Anrede (ich tippe auf Autokorrektur am Smartphone…) zukommen lassen:

Sehr geehrter Herr FALSCHGESCHRIEBEN,

vielen Dank für die Weiterleitung Ihrer Email. Zunächst eine kleine Anmerkung – wir können nur für SHARE NOW sprechen, nicht jedoch für Daimler oder BMW.  Ich kann Ihren Ärger bzgl. auf Fahrradwegen parkenden Fahrzeugen gut nachvollziehen. Natürlich ist uns sehr viel an verkehrskonformem Verhalten unserer Kunden gelegen. Wir weisen auf verschiedenen Kanälen und in unterschiedlichen Formen immer wieder darauf hin. In der Vergangenheit haben wir auch Rücksichtskampagnen im Straßenverkehr gefördert [1]. Werden uns Verkehrsverstöße oder fahrlässiges Verhalten von Kunden gemeldet, werden diese von uns entsprechend verwarnt, geblockt bzw. vom Service ausgeschlossen. Anschließend können wir sagen, dass sich die überwiegende Mehrheit unserer Kunden konform im Straßenverkehr verhält [2]. Sollte Ihnen wieder ein derartiger Fall auffallen, teilen Sie uns dies gern mit Foto und Zeitpunkt mit [3]. Mit freundlichen Grüßen PRESSESPRECHERIN

Fußnoten von mir:
[1] Vielleicht auch diese schlaue Kampagne hier?
[2] Das sehe ich auch so, aber das eine Prozent dass es nicht tut ist bei den großen Zahlen leider schon extrem nervig.
[3] In der Regel sollte der virtuelle Gang zum Ordnungsamt ausreichen, aber in besonders üblen Fällen werde ich das sicher tun.

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